Was Pixel Pitch ist
Der Pixel Pitch (Pixelabstand) ist der Abstand zwischen den Mittelpunkten zweier benachbarter Pixel, gemessen in Millimetern. Bei einem Produkt mit 1,5 mm liegen die Pixelmitten in beiden Richtungen 1,5 mm auseinander – das ergibt 444 444 Pixel pro Quadratmeter.
Angegeben wird er als nackte Zahl – P1,5, 1,5 mm oder einfach „ein 1,5er“ –, und er ist die eine Kennzahl, die entscheidet, wie nah ein Betrachter herantreten kann, bevor das Bild aufhört, ein Bild zu sein, und zum Punkteraster wird. Alles andere im Datenblatt beschreibt, wie gut das Produkt seine Aufgabe erfüllt. Der Pitch beschreibt, welche Aufgabe es überhaupt erfüllen kann.
Gemessen wird von Mitte zu Mitte, nicht von Kante zu Kante. Zwei Produkte mit demselben Pitch können aus der Nähe völlig verschieden aussehen – je nachdem, wie die LED-Packages innerhalb dieses Rasters verteilt sind. Darum geht es im Ratgeber zu den LED-Bauformen.
Pixel-Pitch-Rechner
Geben Sie den Pitch und entweder die Bildgröße oder die Auflösung ein. Der Rest ergibt sich.
Ausgehend von
- Auflösung
- 3 840 × 2 160
- 4K UHD, exakt
- Bildgröße
- 6 × 3,375 m
- 20,25 m² · 271″ Diagonale
- Pixeldichte
- 409 600 px/m²
- 16,3 Pixel pro Zoll
- Mindestabstand
- 0,78 m
- Komfortabel ab 1,56 m · Pixel verschwinden ab 5,4 m
- Seitenverhältnis
- 16:9
- 8,29 Millionen Pixel
Das ist die ideale Wand. Eine echte besteht aus ganzen Cabinets – der kostenlose Konfigurator setzt sie aus einem realen Cabinet zusammen und nennt das Raster, das am nächsten herankommt.
Warum die Werte so krumm sind
Ältere Produkte hatten runde Pitches: 3 mm, 4 mm, 6 mm, 10 mm. Moderne Fine-Pitch-Produkte nicht – 0,9375, 1,25, 1,5625, 1,875. Das sieht nach Fertigungstoleranzen aus, ist es aber nicht. Es ist das Ergebnis einer Spezifikation, die von hinten nach vorn geschrieben wird.
Ein Hersteller trifft zuerst zwei Entscheidungen: ein Cabinet mit 600 mm Breite und eine Wand, die exakt auf eine definierte Auflösung kommen muss. 600 mm geteilt durch 640 Pixel ergibt 0,9375. Geteilt durch 384 ergibt es 1,5625. Der Pitch ist einfach das, was herauskommt, wenn man für das Cabinet eine glatte Pixelzahl wählt – denn eine Wand, die exakt auf 3 840 × 2 160 landet, ist mehr wert als eine mit 3 812 × 2 148.
Für Ihr Angebot zählt das. Wer 1,5625 in einer Spezifikation zu „1,5“ rundet, begeht genau die kleine Ungenauigkeit, aus der bei der Abnahme ein Streit wird – denn die zugesagte Auflösung ist dann nicht die Auflösung, die die Wand tatsächlich hat.
Pitch, Größe und Auflösung
Drei Größen – und je zwei davon legen die dritte fest:
- Pixel pro Cabinet in der Breite = Cabinet-Breite ÷ Pitch. Ein 600-mm-Cabinet mit 1,25 mm ist 480 Pixel breit.
- Pixel über die ganze Wand = Pixel pro Cabinet × Cabinets in der Breite. Mit 8 dieser Cabinets nebeneinander sind es 3 840 Pixel – exakt 4K.
- Wandbreite = Cabinet-Breite × Cabinets in der Breite. Diese 8 Cabinets sind 4 800 mm breit.
Deshalb ist die sinnvolle Frage selten nur „Welcher Pitch?“. Sie lautet: „Welcher Pitch, in welchem Cabinet, für welche Auflösung, bei welcher Größe?“ – und die Antwort ist ein Raster aus ganzen Cabinets, denn ein halbes Cabinet kann man nicht kaufen.
| Pitch | Pixel pro 600-mm-Cabinet | Cabinets bis 3 840 px | Wandbreite bei 4K |
|---|---|---|---|
| 0,78125 mm | 768 | 5 | 3,00 m |
| 0,9375 mm | 640 | 6 | 3,60 m |
| 1,25 mm | 480 | 8 | 4,80 m |
| 1,5625 mm | 384 | 10 | 6,00 m |
| 1,875 mm | 320 | 12 | 7,20 m |
Liest man die Tabelle andersherum, wird daraus eine Methode zur Dimensionierung: Die Wand, die Sie unterbringen können, bestimmt den Pitch, der 4K ergibt – nicht umgekehrt. Genau das macht der Konfigurator, wenn Sie von der Auflösung ausgehen: 4K wählen, und er nennt das Raster – und sagt klar, wenn ein Cabinet das nicht exakt erreicht.
Den richtigen Pitch wählen
Die ehrliche Faustregel: Einzelne Pixel lassen sich ab etwa Pitch × 3,4 Meter nicht mehr auflösen. Das folgt aus der menschlichen Sehschärfe: Eine Bogenminute entspricht etwa 1/3438 Radiant, ein Pitch von 1,5 mm verschwindet also bei rund 5,2 m. Näher dran erkennt ein scharfsichtiger Betrachter noch Struktur; weiter weg kann er es physikalisch nicht.
Die meisten Datenblätter nennen einen deutlich kürzeren Abstand – oft Pitch × 1, manchmal Pitch × 0,5 –, und das ist ein Komfortwert, kein optischer. Beide sind nützlich, sie beantworten nur verschiedene Fragen.
| Pitch | Wo er hingehört | Pixel verschmelzen ab |
|---|---|---|
| 0,6 – 0,9 mm | Leitwarten, Broadcast-Studios, Arbeitsplätze mit Blick auf die Wand | 2,1 – 3,1 m |
| 1,0 – 1,5 mm | Konferenzräume, Empfangswände, Ladenflächen, an die Kunden direkt herantreten | 3,4 – 5,2 m |
| 1,6 – 2,6 mm | Auditorien, Showrooms, Hallen und Passagen | 5,5 – 8,9 m |
| 2,6 – 4,0 mm | Rental und Staging, Einkaufszentren, Ringbanden in Arenen | 8,9 – 13,8 m |
| 4,0 – 10,4 mm | Outdoor-Werbeflächen, Haupt-Screens in Stadien, Straßenrand | 13,8 – 35,8 m |
Die Überdimensionierungsfalle
Der häufigste Fehler in dieser Branche ist ein feinerer Pitch, als der Raum braucht. Und er ist teuer – auf eine Weise, die der Kunde erst später bemerkt.
Halbiert man den Pitch, vervierfacht sich die Pixelzahl pro Quadratmeter. Viermal so viele LED-Packages, viermal so viele Treiberkanäle, viermal so viele Daten, die die Receiving Card bewegen muss. Der Preis vervierfacht sich nicht ganz, steigt aber stärker, als die meisten erwarten – und das bringt überhaupt nichts, wenn der nächste Betrachter acht Meter entfernt steht, denn auf acht Meter sehen ein 2,5 und ein 1,2 identisch aus.
Belastbar spezifizieren Sie so: Messen Sie, wie nah ein Betrachter realistisch herankommt, teilen Sie durch 3,4 und nehmen Sie den nächsten Pitch, den es tatsächlich gibt. Ergibt der Raum 1,9 mm, bieten Sie ein 1,875 an und stecken die Ersparnis in Helligkeit, einen besseren Prozessor oder Ersatzteile.
Die Ausnahme ist eine Wand, die vor der Kamera steht. Eine Broadcast- oder Virtual-Production-Wand wird für das Objektiv spezifiziert, nicht für das Auge – das ist eine grundlegend andere Rechnung, in die Sensorauflösung und Kameraabstand eingehen.
Was der Pitch mit dem Preis macht
Fine-Pitch-Ware wird pro Cabinet bepreist, nicht pro Quadratmeter – das hat sich mit der Standardisierung der Cabinet-Formate geändert; der Quadratmeterpreis hält sich vor allem bei Outdoor- und Rental-Ware. Für das Angebot heißt das: Ein feinerer Pitch erhöht nicht nur den Stückpreis, sondern auch die Zahl der Cabinets, weil feinere Produkte meist in kleineren Cabinets kommen.
Zwei Effekte verstärken sich gegenseitig – deshalb liegen ein Angebot mit 1,25 und eines mit 1,5625 weiter auseinander, als der Unterschied im Pitch vermuten lässt. Und deshalb ist ein Pitch-Wechsel nie nur eine geänderte Zeile im Angebot: Cabinet-Anzahl, Receiving Cards, Gewicht, Leistung und Fracht ändern sich mit. Genau das spricht dafür, eine Wand aus ihrer Geometrie zu kalkulieren statt aus einer Tabellenzelle.
Was der Pitch nicht verrät
Zwei Produkte mit gleichem Pitch können völlig verschiedene Dinge sein. Der Pitch sagt nichts über:
- Helligkeit. 600 nits und 1 500 nits werden beide mit 1,5 mm verkauft – das eine für normale Innenräume, das andere für sonnige Foyers.
- Bildwiederholrate. 1 920 Hz und 7 680 Hz sehen für das Auge gleich aus und durch einen Kameraverschluss völlig unterschiedlich.
- Bauform. COB, MIP, IMD und SMD unterscheiden sich bei gleichem Pitch in Kontrast, Betrachtungswinkel, Robustheit und Preis.
- Graustufen bei niedriger Helligkeit. Der Wert, der entscheidet, ob eine gedimmte Wand Banding zeigt – und der am seltensten veröffentlichte.
- Servicezugang. Front- oder Rückseitenservice entscheidet, ob ein defektes Modul in einer eingelassenen Wand ein Zehn-Minuten-Job ist oder ein Gerüst braucht.
Eine Spezifikation, die nur einen Pitch nennt, hat noch nichts spezifiziert. Sie hat eine Preisklasse benannt.