Die folgenden Begriffe stehen in Angeboten, technischen Datenblättern und Herstellerunterlagen und werden dort als bekannt vorausgesetzt. Wo ein Begriff an anderer Stelle dieser Website ausführlicher behandelt wird, verlinkt die Definition dorthin, statt die Hälfte davon zu wiederholen.
B
- Betrachtungsabstand
- Drei verschiedene Werte – minimal, empfohlen und Retina –, die Datenblätter selten auseinanderhalten. Siehe Betrachtungsabstand.
- Betrachtungswinkel
- Der Winkel zur Achse, bei dem die Helligkeit auf die Hälfte fällt. Meist als horizontal/vertikal angegeben, etwa 160°/160°. COB und IMD halten von der Seite besser mit als Fine-Pitch-SMD.
- Bildwiederholrate (Refresh Rate)
- Wie oft pro Sekunde das gesamte Bild neu aufgebaut wird, in Hertz. Für das Auge ab etwa 1 000 Hz unsichtbar, für eine Kamera sehr deutlich: 3 840 Hz sind das übliche Minimum für alles, was gefilmt wird, 7 680 Hz für Broadcast.
- Binning
- Das Sortieren von LED-Chips nach Wellenlänge und Helligkeit, damit ein Panel aus einheitlichen Teilen entsteht. Später bestellte Ersatzmodule kommen aus einem anderen Bin – deshalb sollten Ersatzteile zusammen mit der Wand gekauft werden.
C
- Cabinet
- Das Gehäuse, das aus Modulen aufgebaut wird – die Einheit einer Preisliste und die Einheit, aus der eine Wand zusammengesetzt wird. Siehe Cabinet-Größen.
- COB
- Chip on Board: Chips direkt auf das Modul gebondet und unter Harz versiegelt – eine robuste, kontraststarke Oberfläche. Siehe Packaging-Technologien.
- Common Cathode (gemeinsame Kathode)
- Eine Ansteuerung, die jede Farbe mit ihrer eigenen Versorgungsspannung speist statt alle drei mit einer. Sie senkt Verlustwärme und Leistungsaufnahme spürbar und ist bei Fine-Pitch-Produkten für innen inzwischen Standard.
- Curve Lock
- Ein Mechanismus an Rental-Cabinets, mit dem benachbarte Cabinets in einem festen Winkel verriegelt werden, um eine konkave oder konvexe Wand zu bilden, meist in Schritten von einem oder fünf Grad.
D
- Daisy Chain (Verkettung)
- Cabinets, die für die Daten in Reihe geschaltet sind, eines zum nächsten, sodass die Receiving Cards eine Schleife zurück zum Prozessor bilden. Die Reihenfolge der Kette ist die Nummerierung der Cabinets – deshalb verläuft sie in Schlangenlinien.
- Diagonale
- Das Maß von Ecke zu Ecke, aus alter Fernsehgewohnheit in Zoll angegeben. Nützlich für den Vergleich mit einer LCD-Videowall und für sonst nichts.
- DIP
- Dual In-line Package: die bedrahteten LEDs, die ältere Außenbildschirme wie Raster aus Glühbirnen aussehen ließen. Kommerziell erledigt. Software, die noch eine DIP-Option anbietet, wird seit zehn Jahren nicht gepflegt.
E
- Einschaltstrom (Inrush Current)
- Der kurze Stromstoß, den Schaltnetzteile beim Einschalten ziehen. Hängen genug Cabinets an einem Automaten, löst er jeden Morgen aus – deshalb gibt es das sequenzielle Einschalten. Siehe Stromverbrauch und Gewicht.
- Ersatzteilquote
- Der Anteil an Modulen, Netzteilen und Receiving Cards, der als Ersatz mitgeliefert wird, üblicherweise ein bis zwei Prozent des Screen-Werts. Wird häufig als Kulanzposition verschenkt und im Angebot mit null ausgewiesen, damit der Kunde sie sieht.
F
- Flip Chip
- Ein Chip, der kopfüber montiert ist, mit den Kontakten unten, statt von oben über Bonddrähte angeschlossen zu sein. Besserer Wärmepfad und keine Bonddrähte, die ausfallen können; verbreitet bei COB und MIP.
- Front-Service
- Module und Netzteile lassen sich von vorne aus der Wand nehmen, meist magnetisch gehalten. Unverzichtbar, wo die Wand vor einer Konstruktion ohne Rückzugang sitzt – und dort einen Aufpreis wert.
- Füllfaktor (Fill Factor)
- Der Anteil der Panelfläche, der tatsächlich Licht abgibt. Ein geringer Füllfaktor bei grobem Pitch lässt einen Screen aus der Nähe wie ein Punkteraster aussehen – unabhängig vom Pitch selbst.
G
- Garantiestufe
- Die Garantiedauer, bepreist als prozentualer Aufschlag auf die Screen-Position. Zwei Jahre sind meist inbegriffen; drei und fünf Jahre kosten Aufschlag. Prüfen Sie, ob nur Teile oder Teile und Arbeitszeit abgedeckt sind.
- Graustufen (Greyscale)
- Die Zahl der unterscheidbaren Helligkeitsstufen pro Farbe, in Bit angegeben. Sie zählt vor allem bei geringer Helligkeit: Eine Wand, die an einem 14-Bit-Treiber auf 20 % gedimmt ist, hat weit weniger nutzbare Stufen, als die Angabe vermuten lässt.
H
- Helligkeit
- Gemessen in nits (Candela pro Quadratmeter). Grob 600–1 200 nits für innen, 1 500–2 500 in einem sonnigen Innenraum, 5 000–8 000 im Freien. Mehr ist nicht besser: Eine zu helle Indoor-Wand ist unangenehm und läuft meist gedimmt – das verschwendet Geld und Graustufen.
I
- IMD
- Integrated Matrix Device, meist vier Pixel in einem Gehäuse. Die günstigere und robustere Antwort auf Fine-Pitch-SMD. Siehe Packaging-Technologien.
K
- Kalibrierung
- Eine pixelgenaue Korrektur von Helligkeit und Farbe, in der Receiving Card gespeichert, die eine Wand aus unterschiedlichen Teilen einheitlich aussehen lässt. Die Werkskalibrierung ist üblich; eine Nachkalibrierung vor Ort nach einer Reparatur wird nicht immer angeboten – fragen Sie danach.
- Kontrastverhältnis
- Das Verhältnis zwischen dem hellsten Weiß und dem dunkelsten Schwarz, das ein Panel darstellt. Es hängt vor allem davon ab, wie viel Umgebungslicht die Oberfläche reflektiert – eher eine Frage des Packagings als des Treibers.
M
- Magnetmodul
- Ein Modul, das magnetisch am Cabinet hält und sich mit einem Saugheber nach vorne abnehmen lässt. Die Standardbefestigung bei Front-Service-Produkten für innen.
- MIP
- Micro LED in Package: Chips im Mikromaßstab, einzeln verpackt und dann oberflächenmontiert – mit dem Ziel, Pitches auf COB-Niveau mit Reparatur auf Pixelebene zu verbinden. Siehe Packaging-Technologien.
- Modul
- Das LED-Teilpanel, das die Leuchtdioden trägt. Mehrere Module bilden ein Cabinet. Fällt etwas aus, wird das Modul getauscht.
N
- Netzteil (PSU)
- Wandelt die Netzspannung in die niedrige Gleichspannung um, mit der die Module laufen, meist ein oder zwei pro Cabinet. Ein häufiges Ausfallteil – und der Grund, warum Ersatznetzteile in jedes Angebot gehören.
- Nit
- Eine Candela pro Quadratmeter – die Einheit, in der Helligkeit angegeben wird. Nicht austauschbar mit Lumen, die den gesamten Lichtstrom messen statt Licht pro Fläche.
P
- Pixel Pitch (Pixelabstand)
- Der Abstand zwischen den Mittelpunkten benachbarter Pixel, in Millimetern. Der Wert, aus dem sich alles andere ableitet. Siehe den Pixel-Pitch-Leitfaden.
R
- Receiving Card (Empfangskarte)
- Die Steuerelektronik im Cabinet, die eingehende Daten in die Ansteuerung der Pixel umsetzt. Typischerweise eine pro Cabinet, und das Bauteil, das die Kalibrierdaten trägt.
- Redundanz
- Ein zweiter Datenweg, damit ein gebrochenes Kabel oder eine ausgefallene Karte nicht alles dahinter schwarz werden lässt. Meist eine Schleife zurück zum Prozessor, die die Verkabelung etwa verdoppelt. Standard bei Broadcast und im Stadion.
S
- Scan-Rate
- Wie viele Zeilen sich eine Treiberschaltung teilen – 1/8, 1/16, 1/32. Ein niedrigerer Scan bedeutet mehr Helligkeit und besseres Verhalten vor der Kamera, auf Kosten von mehr Treiberelektronik pro Quadratmeter.
- Schutzart (IP)
- Zwei Ziffern: zuerst Fremdkörper, dann Wasser. Die Front von Outdoor-Wänden hat typischerweise IP65 oder IP66; die Rückseite ist oft niedriger eingestuft und wird separat angegeben, etwa „IP65 vorne, IP54 hinten“.
- Seitenverhältnis (Aspect Ratio)
- Breite geteilt durch Höhe. Geben Sie das echte, gekürzte Verhältnis der Wand an, wie sie gebaut wird – eine Wand mit 4 800 × 2 571 mm ist 28:15, nicht 16:9, und ein Kunde mit Maßband merkt das.
- Serpentinen-Nummerierung
- Die Cabinets werden in einer Reihe von links nach rechts und in der nächsten von rechts nach links nummeriert, sodass die Reihenfolge dem Datenkabel folgt statt der Leserichtung. Genau das zeigt die Zeichnung in einem easyLED-Angebot.
- SMD
- Surface Mount Device: ein Gehäuse pro Pixel, auf das Modul gelötet. Die gängige Bauweise oberhalb von etwa 1,2 mm. Siehe Packaging-Technologien.
- Subpixel
- Einer der roten, grünen oder blauen Emitter, aus denen ein Pixel besteht. Die Subpixel-Anordnung bestimmt mit, wie ein Panel feine Schrift und diagonale Linien darstellt – und kein Pitch-Wert verrät sie.
T
- Treiber-IC (Driver IC)
- Der Chip, der den Strom durch die LEDs schaltet. Seine Bildwiederholrate, Graustufentiefe und sein Verhalten bei geringer Helligkeit bestimmen das meiste von dem, was man die „Qualität“ eines Panels nennt.
V
- Videoprozessor
- Das Gerät, das ein Eingangssignal annimmt und auf die Wand abbildet, dimensioniert nach der gesamten Pixelzahl, nicht nach der Zahl der Cabinets. Ist es eine Karte im PC statt eines eigenständigen Geräts, spricht man von einer Sending Card.
- Virtual Production
- Schauspieler werden vor einem LED-Volume gedreht, das einen gerenderten Hintergrund zeigt, statt vor einem Greenscreen. Verlangt eine sehr hohe Bildwiederholrate, präzise Farben und einen mit der Kamera synchronisierten Scan – eine eigene Produktkategorie.
W
- Weißabgleich
- Die Farbtemperatur, auf die die Wand kalibriert ist, in Kelvin. 6 500 K ist der übliche Referenzwert; für Broadcast werden oft 5 600 K verlangt, passend zu tageslichtabgestimmten Kameras.